Innternet-Infoabend am 14. Juli 99 im Hotel Fletzinger

 Zu einer Veranstaltung zur Vorstellung des Wasserburger Bürgernetzvereins trafen sich zahlreiche Interessenten aus den umliegenden Gemeinden. Nicht nur Privatleute, die sich für das Thema Internet interessieren und Näheres wissen möchten waren anwesend, sondern auch Vertreter von Gemeindeverwaltungen, Vereinen und Schulen.

Der Vorsitzende des BürgerInnternetzvereins Philipp Bachmann begrüßte die Anwesenden und stellte die Ziele des Vereins vor. Im Mittelpunkt der Arbeit des BürgerInnternetzvereins stehen nach seiner Aussage die Menschen, die durch ihre Mitarbeit den Verein tragen und damit anderen Menschen das neue Medium Internet zugänglich machen. Im Gegensatz zu anderen Providern ist der BürgerInnternetzverein niemals anonym, sondern jeder hat die Möglichkeit selbst aktiv zu werden, eigene Ideen und Vorstellungen einzubringen und somit den Verein mitzugestalten. Die Arbeit in den Arbeitskreisen ist hier ebenso zu nennen wie der persönliche Austausch bei den monatlichen Stammtischtreffen. Es ist aber genauso möglich, lediglich die Angebote des BürgerInnternetzvereins zu nutzen ohne selbst aktiv am Vereinsleben teilzunehmen. Jeder „kann“ niemand „muß“!

Max Windholz stellte den Bereich der Schulungen vor, eines der Hauptanliegen des Vereins, die der BürgerInnternetzverein in Zusammenarbeit mit der vhs Wasserburg durchführt. Die Themen der Schulungen reichen von „Internet für Anfänger“ über „Internet-Intensivkurse“ bis hin zu „Präsentation im Internet“. Die Themen der Kurse richten sich nach dem Bedarf der Mitglieder, genauso wie die Form (Workshop, Vortrag u.ä.) frei wählbar ist. Immer gilt aber der Grundsatz möglichst viel Praxis einzubringen - „learning by doing“. Die Kurse sind zum größten Teil für jeden zugänglich (Programmausschreibung über die vhs), Vereinsmitglieder bezahlen jedoch vergünstigte Preise. Daneben werden auch vereinsinterne Schulungen angeboten. Kursleiter sind in jedem Fall Vereinsmitglieder, Menschen als Ansprechpartner vor Ort, die sich in den einzelnen Kursthemen besonders gut auskennen. Getreu unserem Motto „von Menschen für Menschen“.

Gerhard Höberth umriß die Region, in der das BürgerInnternetz zum Ortstarif erreichbar ist. Daneben stellte er die Möglichkeit vor, Gemeinden in das BürgerInnternetz und damit in das weltweite Internet einzubinden. Hier sind Bürger aus den jeweiligen Gemeinden angesprochen, die in aktiver Mitarbeit ihre Gemeinde mit ihren Vereinen, Firmen, Bürgern und ihrer Geschichte im Internet vorstellen wollen.

Walter Obergehrer erläuterte als Mitglied des Arbeitskreises Technik die Technik, die hinter einem Zugang zum Innternetz steht. Dem Laien wurde in anschaulichen Worten dargelegt, was eigentlich passiert, wenn er zum Beispiel eine e-mail von seinem PC an einen PC in New York verschicken möchte. Dabei versuchte Walter, das Fachchinesisch für den Anfänger auch mal ins Deutsche zu übersetzen. Angst vor Schlagworten wie access-router, name-server, top-level-domain, ftp und www sind hoffentlich nunmehr Vergangenheit.

Eine Anwendung, die insbesondere die Jugend interessiert und fasziniert, wurde anschließend von Zeno Hippke und Leo Schiel an drei Rechnern demonstriert, chatten über das Internet. Über IRC, ein Chatprogramm im Internet, ist es möglich, mit Menschen aus aller Welt in Echtzeit über den Computer zu kommunizieren und das zum Ortstarif. Der Zugang zu einem Chatkanal, wie man einen Chat überhaupt findet oder auch die Art, wie man im Chat miteinander „spricht“, konnte direkt vor Ort von den Veranstaltungsteilnehmern ausprobiert werden.

In der anschließenden Diskussion wurden die offenen Fragen der Zuhörer geklärt. „Ist das BürgerInnternetz nicht furchtbar langsam?“ „Was kostet es, meine Gemeinde im Internet darzustellen?“ „Reichen die Kapazitäten des BürgerInnternetz auch in Zukunft aus?“ Die Fragen zeigten, daß reges Interesse an der Arbeit des BürgerInnternetzes und dem Medium Internet besteht. Alle Fragen konnten sicherlich an diesem Abend nicht geklärt werden, aber die Menschen hinter dem BürgerInnternetz werden auch in Zukunft daran arbeiten, die Möglichkeiten des Internets allen Bürgern zu öffnen und die Scheu davor zu beseitigen.

 Presseabteilung

Jutta Rübenach/Reinhard Arbter


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Stand 15.7.1999 / pb