Prolog
Madeira Reise vom 26.11. - 3.12.98

Madeira - ein zweites Mal in diesem Jahr? Macht das Sinn? Im Frühjahr hatte Thomas allein ja die Insel schon mit dem Motorrad gründlich erkundet, hatte nach 7 Tagen das Gefühl, daß ihm die Straßen "ausgehen" - jetzt also noch mal 1 Woche - warum? Diese Frage wollen wir näher auf den Grund gehen.
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Im Frühjahr 98 war die erste Reise für
Thomas eine sehr spontane Erfüllung eines schon lange gehegten Traums gewesen - begonnen
hatte alles mit einem Artikel im
Ausgabe 11/12.96 mit der
vielsagenden Überschrift: "Achterbahn im Atlantik". Im Januar 1998
schließlich betrat Thomas an einem naß-kalten Tag ein Reisebüro (Internet-Anschluß war
damals noch ein Fremdwort für uns) und buchte einen last-minute-Flug bei der LTU.
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Ende Februar - also zu einer Jahreszeit, in der man als Motorradfahrer in unseren Breiten sonst nur mit einem Stapel an Reiseführern, TOURENFAHRER- Heften und Landkarten träumen kann, oder aber fliegen muß - verbrachte Thomas seine erste Woche auf Madeira und fand alles genauso vor, wie der Autor es in besagtem Artikel versprochen hatte. Thomas nahm in 7 Tagen die Atlantikinsel sehr intensiv unter die Räder einer BMW F 650 Funduro - ca. 1400 km auf einer nur 22km breiten und 57km langen Insel, 741 qkm groß, davon 250 qkm oberhalb von 1000m Höhe, Länge des Küstenstreifens exakt 200km von und bis Funchal - der Inselhauptstadt. Die Anzahl der Kurven beträgt laut Angabe eines leidgeprüften Taxifahrers nahezu 3.300. Die höchsten Berge sind der Pico Ruivo mit 1861m, der Pico das Torres mit 1850m und der Pico Arieiro mit 1818m.
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Jemand hat einmal gesagt: "Stell Dir Madeira vor wie ein zusammen- geknülltes Blatt Papier, so zerklüftet ist es" - Recht hatte er!. Über die Steilheit vieler Strecken auf Madeira spricht Ekkehard Kutz, der deutsche Inhaber des Motorradverleih: MAGOSBIKE: "Wenn Du wegen eines ent- gegenkommenden Autos anhalten mußt, reicht die vordere Bremse nicht aus. Nimm die hintere, sonst rutscht Du rückwärts den Berg runter!" Auch er hatte recht!

Also gleich eine Warnung an dieser Stelle:
Für den absoluten Anfänger ist die Insel zum Motorradfahren nicht unbedingt geeignet - man sollte schon Erfahrungen im alpinen Bereich oder z.B. in der Gardasee-Region gesammelt haben, bevor man sich auf Madeiras Straßen begibt. Und Vorsicht ist auch für erfahrene und sichere Fahrer angezeigt - hinter jeder der zahlreichen und meist nicht einsehbaren engen Kurven kann eine Überraschung auf den Fahrer lauern: Kinder, die die Straße queren, Hunde, die gemütlich auf der Fahrbahn in der Sonne dösen, auf der rechten Spur parkende Fahrzeuge, deren Fahrer gemütlich mit am Staßenrand auf den Bus wartenden Menschen plaudern, Schmutz, Sand, Öl - also alles, was unvorbereitet den Urlaub von einem Traum zum Alptraum werden lassen kann. Also, defensiv fahren, das ist die Garantie für einen unbeschwerten Urlaub. Der TOURENFAHRER zitiert hier wieder Ekkehard Kutz: "Wer die Kurven mit Tempo 50 umrundet, ist gut drauf, wer 55 realisiert, fährt auf der vorletzten Rille, mit 60 ist man draußen - so einfach ist das auf Madeira!" Überhaupt sei dem Madeira-interessierten Motorradfahrer der schon erwähnte Artikel zur Einstimmung und Vorbereitung sehr ans Herz gelegt.
