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In deiner Sprache
Die gottverdammte Pleite
1928
Spuck den Schnuller aus
Komm, Großer, Schwarzer Vogel
Nelli
Bitter
Der Wolf
Sternderl schaun
Bei dir geht's mir gut
Mein Freund vom Rock'n'Roll
Die Omama
Miss Burgenland
Der Sonne entgegen
Wienerlied
In deiner Sprache
In Deiner Sprache, wie sagt man da "Leben"?
Sagt man da auch, "Er da oben hat's gegeben"?
Der Jammer is nur, er nimmt's wieder furt.
Das Schlitzohr, das alte, borgt es uns nur.
Das leben is a Hund, es beißt und hat Flöh,
hat ganz kurze Dackelfüß' und rennt viel zu schnell.
Das schöne Wort "leben", schön wie ein Stern --
in Deiner Sprache möcht ich's gern hörn;
Du mein riesiger Freund da drinnen im Meer.
Und in Deiner Sprache, wie sagt man da "Tod"?
Reimt sich's da auch auf, "vom Aussterben bedroht"?
Und doch schön zu spüren, daß niemals was stirbt,
und das Wort "Tod" nie das letzte sein wird.
Der Tod is ein Seitensprung, mehr a scho ned.
Du schlafst eis und wachst auf, nur in an anderen Bett.
Das schöne Wort "Tod"; schön wie ein Stern
in Deiner Sprache möcht ich's gern hörn;
Du mein riesiger Freund da drinnen im Meer.
zur Auswahl
Die gottverdammte Pleite
Als die Kinder Kröten nach Hause brachten
und im Zirkus nicht mehr lachten,
als sie ihr Brot nicht mehr aßen
und statt dessen die Kröten fraßen,
als sie Teddybären zerrissen
und in Autoreifen bissen,
als schließlich Kindergärten brannten
und Lehrer um ihr Leben rannten,
da wußten wir, es ist aus.
Begonnen hat sie damals, diese gottverdammte Pleite,
ende März, im vergangenen Jahr.
"Operation Tiger" hieß das Manöver, im
Raum Waldburg und Umgebung,
wie üblich der Grenze ziemlich nah.
Man steckte Felder in Brand, man schoß Löcher in den
Wald
und das Haus vom alten Förster traf man voll.
Doch das Schlimme an der Sache, und das wußten wir noch
nicht,
da hat ein Panzer einen Hasen überrollt.
Ja, das Schlimme an der Sache, und das wußten wir noch
nicht,
da hat ein Panzer einen Hasen überrollt.
Lisa, das kleine Mädchen. mit der grossen rosa Schleife
spielt im Garten, vor dem Haus, mit ihrem Hund.
Die Eltern sitzen im Salon, "Was, Herr
Klavierlehrer, Sie gehen schon?",
fragt die Mutter und schiebt ihm Marzipan in den Mund.
Da tritt Lisa durch die Tür, zieht ihren Hund hinterher
ihren Hund, dem wer die Kehle durchgebissen hat.
Der Vater schreit, die Mutter weint, der Klavierlehrer
kotzt ihr Marzipan auf's Kleid.
nur Lisa lächelt, mit blutverschmiertem Mund.
Ja, im Raum Waldburg an der Grenze
hat dieser gottverdammte Panzer
diesen gottverdammten Hasen überrollt.
Der kleine Thomas ist 7 Jahr', und er freut sich jedesmal,
wenn ihn am Wochenende Großvater besucht.
Denn der liest ihm schöne Mähren, von Prinzessinnen und
Zwergen,
aus dem mitgebrachten, alten Märchenbuch.
Ja, dem Großvater, so sagen sie, dem schlägt das Herz
am rechten Fleck,
nur dieses Wochenende hat ihm wer den Schrittmacher
versteckt.
In seinem Zimmer baut allein, der kleine Thomas ganz
geheim,
in seine Eisenbahn den Herzschrittmacher ein.
Ja. im Raum Waldburg an der Grenze,
hat dieser gottverdammte Panzer
diesen gottverdammten Hasen überrollt.
Bis auf die Zähne bewaffnet und zitternd vor Angst
die Kerze wirft Schatten, die Kellerwand tanzt,
so hocken wir da unten und Tränen weinen wir, Tränen.
Unsere Kleinen, da draußen, verbrennen die Erde
es kochen die Flüsse es verdampfen die Meere,
oben am Himmel der kleine Bär,
schläft auch nicht mehr.
Ja, unsere Kleinen, unsere Kleinen haben uns den Krieg
erklärt.
haben Dir, Mutter, mir, Vater, den Krieg erklärt,
weil im Raum Waldburg, an der Grenze,
hat dieser gottverdammte Panzer
den Osterhasen überrollt.
zur Auswahl
1928
Eines Abends setzte sich ein alter Mann zu mir
und erzählte:
"Weißt Du, mein Sohn, irgendwann einmal, kurz
nach diesem gewaltigen, allerletzten Knall wenn's
auf der Erde nur mehr große, nackte Steine gibt, mit
einer fettigen, schwarzen Rußschicht bedeckt, wird
ein großes, weißes, strahlendes Raumschiff landen.
Irgendwo zwischen dem ehemaligen Los Angeles
und dem verdampften Schwarzen Meer."
"Und diese fremden, hochgewachsenen Wesen
werden Pillen an Bord haben
die sie uns Menschen als Geschenk
überreicht hätten,
so wie man immer, wenn man irgendwelche
Wilde besucht,
ihnen kleine Geschenke überreicht.
Pillen gegen die Traurigkeit hätten sie uns
geschenkt,
wenn wir noch dagewesen wären.
Stell Dir vor, mein Sohn"
- sagte der alte Mann ganz traurig -
"wunderbare, kleine Pillen gegen die Traurigkeit."
"Und diese fremden, hochgewachsenen Wesen
werden ihr Raumschiff verlassen, sie werden sich
umsehen und sofort wissen, daß hier vor kurzem
ein gewaltiger, ein allerletzter Knall war. Und dann
werden sie sich kopfschüttelnd zwischen die
großen, nackten Steine setzen und schwer
durchatmen. Und jeder von ihnen wird schnell
eine Pille gegen die Traurigkeit schlucken.
Einer von ihnen wird sogar mit dem Finger in
die fettige, schwarze Rußschicht an einem großen,
nackten Stein schreiben: Wir Hütten so gerne
gewußt. wie Du bist! Wie Du aussiehst! Wie Du
sprichst! Mensch!"
"Und dann plötzlich wird einer von ihnen was
rufen, er wird rufen, daß er was gefunden hat. Und
das wird ein alter, verbeulter, kleiner
Filmprojektor sein mit einem eingespannten Film." "Ja, warum nicht", sagte der alte Mann.
"Und sie werden sich freuen, die
hochgewachsenen fremden Wesen sie werden
warten, bis es dunkel ist und den Film auf ihr
strahlendes, weißes Raumschiff projizieren. Und
sie werden sehr staunen denn sie werden einen
Micky Maus-Film sehen. Einen Micky Maus-
Film, mit Donald Duck, Kater Carlo und Goofy.
Und diese fremden, hochgewachsenen Wesen
werden in ihr Raumschiffsteigen und sagen, sie
waren lustig, diese Menschen. Sie haben lustig
ausgesehen, sie haben lustig gesprochen, wir
hätten unsere Pillen gegen die Traurigkeit
völlig umsonst überreicht."
Diese Geschichte hat mir der alte Mann
erzählt. Ich habe nachgedacht und folgende
Zeilen aufgeschrieben.
An einem bestimmten Tag, im Jahr 1928,
standen sich plötzlich links der seine Pflicht
tuende Mond, und rechts die ihre Pflicht
tuende Sonne an selben Himmel gegenüber
Erschreckt starrten sie sich an und in diesem
kurzen Schreckensmoment vergaßen beide nur
Bruchteile von Sekunden ihre Pflicht zu tun. Die
Folgen waren verheerend.
Bitte, dieser Tag sei in alle Ewigkeit verflucht!
zur Auswahl
Spuck den Schnuller aus
Geh spuck den Schnuller aus,
die Mama is net zhaus,
geh zier di net,
komm mit in's Gitterbett.
Weisst wie schoen des is,
mach ma ein' Windelstriptease,
und dann zeig i dir meins
und du zeigst mir deins?
Ja es wird hoechste Zeit,
dass wir's endlich treiben
oder willst mit zweieinhalb noch Jungfrau bleiben?
Wir wern die Bilderbuecher alle beim Fenster aussehaun
ja wer glaubt denn den Dreck,
man muss dem Heute ins Auge schaun!
Weisst wie des wirklich war
vor hunderttausend Jahr
im Lebkuchenhaus -
du weisst es net, dann pass auf:
Haensel und Gretel san gangen,
sie war von ihm schwanger,
in den tiefen Wald,
es war so finster und auch so grimmig kalt.
"Hoer auf zum platzen!" sagt der Haensel
"es hat ja kein Sinn",
die Hex war naemlich a Engelmacherin.
Und die Micky Maus zieht die Minny Maus aus,
und der Dagobert Duck is nach'm Donald verruckt,
und klein Adlerauge sagt ganz befriedigt "Uff",
is ja kein Wunder, er kommt grad aus'm Disneylandpuff,
und wennst es noch net weisst, dann wirst es gleich wissen,
klein Bambi treibt's mit an Sodomisten!
Wer hat das Hoeschen vom Dornroeschen?
Und Schneewittchen haett's gern trieben mit allen sieben,
aber hinterm siebten Berg wohnen nur schwule Zwerg,
jedes Jahr im Mai laden's den Nurejew ein.
Und des Rotkaeppchen, des kleine, des hat's auch net leicht,
es stuerzt bei der Tuer, im Gsicht ganz bleich,
"Grossmutter", weisst, wer mir im Wald begegnet ist?
Es war der grosse boese Wolf, der ist ein Exhibitionist!"
Geh spuck den Schnuller aus,
die Mama is net zhaus,
geh zier di net,
komm mit in's Gitterbett.
Wir wern die Bilderbuecher alle beim Fenster aussehaun,
wir brauchen s'net,
jetzt tun wir Pornohefteln schaun,
dem Heut ins Auge schaun.
zur Auswahl
Komm, Großer, Schwarzer Vogel 
Komm großer schwarzer Vogel, komm jetzt!
Schau, das Fenster ist weit offen,
Schau, ich hab' Dir Zucker aufs Fensterbrett g'straht.
Komm großer schwarzer Vogel, komm zu mir!
Spann' Deine weiten, sanften Flügel aus
und leg' s' auf meine Fieberaugen!
Bitte, hol' mich weg von da!
Und dann fliegen wir rauf, mitten in Himmel rein
in a neue Zeit, in a neueWelt.
Und ich werd' singen ich werd' lachen
ich werd' "das gibt's net", schrei'n,
weil ich werd' auf einmal kapieren
worum sich alles dreht.
Komm großer schwarzer Vogel, hilf mir doch!
Press' Deinen feuchten, kalten Schnabel auf
meine Wunde, auf meine heiße Stirn!
Komm großer schwarzer Vogel,
jetzt wär's grad günstig!
Die anderen da im Zimmer schlafen fest
und wenn wir ganz leise sind
hört uns die Schwester nicht?
Bitte, hol mich weg von da!
Und dann fliegen wir rauf, mitten in Himmel rein,
in a neue Zeit, in a neue Welt
und ich werd' singen, ich werd' lachen,
ich werd' "das gibt's net", schrei'n
weil ich werd' auf einmal kapieren,
worum sich alles dreht.
Ja, großer schwarzer Vogel, endlich!
Ich hab' Dich gar nicht reinkommen g'hört,
wie lautlos Du fliegst mein Gott,
wie schön Du bist!
Auf geht's, großer schwarzer Vogel, auf geht's!
Baba, ihr meine Lieben daham!
Du, mein Mädel, und du, Mama, baba!
Bitte, vergeßt's mich nicht!
Auf geht's, mitten in den Himmel eine,
nicht traurig sein, na, na, na ist kein Grund zum
Traurigsein!
Ich werd' singen, ich werd' lachen ich werd' "das
gibt's net", schrei'n.
Ich werd' endlich kapieren, ich werd' glücklich
sein!
Ich werd' singen, ich werd' lachen, ich werd' "des
gibt's net", schrei'n.
Ich werd' endlich kapieren, ich werd' glücklich
sein!
Ich werd' singen, ich werd' lachen ich werd' endlich
glücklich sein!
zur Auswahl
Nelli
Bald scheint die Sunn', Nelli,
bald schaust wieder ins Licht!
Bald setzt sich ein Lächeln, Nelli,
wieder mitten auf Dein G'sicht.
Bald steigen die Vogerln wieder auf
und ein großer Regenbogen
wird mit allen Farben drohen,
und die Wolken oben verjagen.
Bald scheint die Sunn', Nelli,
waßt eh warum, Nelli,
bald bin ich bei Dir.
Bald fallt der Regen, Nelli,
langsam verdunkelt sich's schon!
Bald kullern Tränen, Nelli,
bald fliegt das lächeln davon.
Bald werden die Vogerln vom Himmel obefallen
und die Wolken da oben,
die so schwarz und finster drohen,
werden die Sinn' verjagen.
Bald fallt der Regen, Nelli,
waßt eh weswegn, Nelli,
bald geh' ich wieder weg von Dir.
Sonne und Regen, Nelli,
kommen und gehen, Nelli,
so is das Leben.
zur Auswahl
Bitter
Da gibt's an schrecklichen Mörder in unserer
Stadt,
der kleine Mädchen tot beißt und sie nacha zerhackt,
in ein Nylonsackl steckt und sich daham dann a
Jungfraungulasch kocht.
Stellts euch vor, von diesem Monster hab ich letzte Nacht
tramt,
vor lauter Angst hats mi beutelt, hab ich geschrien, hab
ich g'warnt,
dann bin ich aufg'wacht, gottseidank, und in die Küchl
um a Glasl Wasser grennt,
auf einmal seh ich, wie aus mein Gulaschtopf a kleiner,
zarter Fuß aussehängt.
Das is bitter, das tut weh,
das haut dich z'ruck, ohje!
Du wankst völlig besoffen durch die nächtliche
Stadt,
bist so schrecklich einsam, hast das Leben so satt,
auf einmal steht sie vor dir, die Traumfrau, in einem
langen, weißen Kleid.
Auf so ein Zauberwesen hast du dein ganzes Lebenlang
g´hofft
und dein promilliges Blut schießt dir ned nur in Kopf,
"komm mit mir, du Mischung aus Raquel Welsh und
Muttergottes!" flehst du sie an.
In der Früh wachst auf und neben dir liegt ein
Ministrant.
Das is bitter, das tut weh,
das haut dich z'ruck, ohje!
Stell dir vor, du fangst an Terroristen,
an mit Bart und lange Haar, also an von die Schlimmsten,
du fesselst ihn, du knebelst ihn und trägst ihn auf die
Polizei.
Du freust dich auf die saftige Belohnung, dies d'
kassierst
und auf den Opel Kadett, denst davon kaufen wirst,
aber auf einmal stellt sich raus, verdammt nochmal, der
Hund, der is ja gar kein Terrorist,
sondern, daß er nur ein ganz gewöhnlicher Kindesmörder
is.
Das is bitter, das tut weh,
das haut dich z'ruck, ohje
Stellts euch vor, ich wär so gern ein Fußballer
geworden,
aber das habend mich ned lassen, wegen meiner abstehenden
Ohren,
weil egal wo ich gestanden bin am Fußballfeld,
ich war immer im Abseits.
Und da hab ich halt statt dessen angfangt Lieder zu
schreiben,
dabei werd' ich sicher noch a ganze Zeit bleiben,
da pfeift mich keiner zurück, da kann ich ganz bewußt
im Abseits stehen,
und von da zieh ich so manchem den Weisheitszahn!
Das is bitter, das tut eam weh,
das haut eam z´ruck, oh Jeah!
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Der Wolf
Ganz hinten in dem kleinen alten Tiergarten,
wo die Viecher ganz besonders traurig schaun,
da lebt mir scheint's schon ewig,
in'm dunklen engen Käfig, der alte, räudige Wolf.
Ein'n Hasen und ein'n Tanzbärn, die hat er dort als Nachbarn,
der alte, räudige Wolf.
Den meisten Ärger hat er mit dem Hasen,
ein Vegetarier, no, was willst noch mehr?
Des Gfrast schimpft immer umtue,
ist frech und zeigt die Zunge dem alten, hungrigen Wolf.
Ja hinter einem Gitter san die Hasen sogar sicher
vorm alten, hungrigen Wolf.
Mit'm Tanzbärn kann er leider a net reden.
Wie der noch Tango tanzt hat, war's no net so schlimm.
Seitdem man "Schwanensee" probiert und den Spitzentanz studiert,
da wern die andern Viecher alle ingnoriert.
Er is zu jedem präpotent, der den Nurejew net kennt.
Was soll er machen, der alte, blöde Wolf?
Am Sonntag kommen oft ein Haufen Menschen,
die schaun ihn dann durchs Gitter deppert an.
Dann schimpfen s' fürchterlich und spucken ihm in's Gsicht,
weil er die Geislein gfressen haben soll.
Ja, den Hasen, den ham s' gern, da capo schrein's beim Bärn.
Er hat's net leicht, der alte, schiache Wolf.
Und einmal in der Wochen, jeden Freitag,
da wird er vom Wärter dressiert.
Mit'm Schwanz muß er dann wedeln und das Pfoterl muß er geben,
der arme, alte Wolf.
Einmal hat er bissen - drauf ham s' ihm die Zähn aus'm Maul außegrissn,
dem armen, alten Wolf.
Nur in der Nacht -- so zwischen elfe und halb zwölfe --
da singt er dann zum Mond das Lied der Wölfe:
Dort, wo der Regen net bitter schmeckt,
dort, wo die Nacht die Zigeuner versteckt,
dort, wo die Sonn' deine Wunden heilt,
dort is des Land, das Freiheit heißt
so glaubt er, der alte, blöde Wolf!
Dort, wo der Sturm die Baumspitzen quält,
dort, wo der Wind keine Lügen erzählt,
dort, wo ein Vieh kein Gitter kennt,
dort is des Land, das er Freiheit nennt,
der alte, räudige Wolf.
zur Auswahl
Sternderl schaun
Auffe schaun.
Sternderl schaun.
Waßt was, wir picken uns an raus, irgend an.
Wie wär's mit dem da über uns, dem frechen Klan'?
Und wenn ma's wollen,
so richtig wollen,
wirst sehe, dann schickt er uns ein Grinsen
und blinzelt uns in Bauch.
Und das tut gut, tut so gut, das tut gut.
Auffe schaun.
Sternderl schaun.
Du, unser Stern blinzelt ganz schön auf uns zwa.
Es druckt uns ganz sehe aneinand, merkst es a?
Soll ma sich wehr'n,
gegen einen Stern?
Waßt was, wir machen eam die Freud wir zwa;
na und außerdem,
tut das gut, das tut gut, tut so gut.
Dann hat ein Hahn versucht den Morgen einzukrähen.
Hab ihn erwischt und ihm den Kragen umgedreht.
Komm laß uns weiterschaun.
Sternderl schaun.
Du, wenn mir irgendwann einmal das Augerl bricht,
dann flutsch ich rauf zu unserm Stern
und wart' auf dich!
Waßt was I glaub', ganz ehrlich glaub',
glaub' da oben gibt's keine Tränen
und wenn, nur die vor Freud,
und das tut gut, tut so gut, das tut gut ...
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BEI DIR GEHT'S MIR GUT
Am Ende der Nacht, so zwischen 3 und 4,
da kommen regelmäßig die Nachtgespenster zu mir.
Die tanzen dann durchs Zimmer und singen Spottlieder auf
mich,
und die zupfen an meine Haar' und in die Zechenzwickens
mich.
Aber Gott sei dank, ich hab' ja dich in so an Moment,
du springst aus dem Bett und klatschst 3mal in die
Händ'!
Auf einmal kommt der Fulda durch die Tür und legt
seine Händ' auf meine Augen,
und er spielt auf meine Wimpern Klavier, was vom Mozart
und was vom Shopen,
auf einmal sind alle Nachtg'spenster fort,
du, ich dank dir, bei dir gehts mir gut!
Und manchmal neben dir, und du magst wieder einmal
ned
dann kommen die Eifersuchtszwergerln ins Bett,
und die klettern an mir hoch und schlüpfen in meine
Ohren
und flüstern: "Die treibt's mit an Andern, wenn
ned, dann hat sie es vor!"
Aber gottseidank, ich hab' ja dich in so an Moment,
du springst aus dem Bett und klatschst 3mal in die
Händ'!
Auf einmal kommt Marilyn Monroe durch die Tür
und zieht ihren Regenmantel aus.
Sie wiegt sich und schmiegt sich ganz dicht zu mir
und haucht: "Darling, Cherie!"
Und sie küßt mich aufs Ohr mit ihrem riesengroßen
Mund,
und die Zwergerln fallen vor Schreck tot um!
du, ich dank dir, bei dir gehts mir gut!
Und manchmal in der Nacht, da stürzen sich die
Fieberteuferln auf mich.
Dann rennt mein Puls Amok und meine Augen rotieren,
und die Waffen-SS marschiert durch mein Hirn!
Aber gottseidank, ich hab' ja dich in so an Moment,
du springst ausdem Bett und klatschst 3mal in die
Händ'!
Auf einmal kommt der Tarzan durch die Tür,
groß, nackert und Weiß.
Stumm und ernst kniet er nieder neben mir
und schmiert mich mit Krokodilstränen ein.
Ja, und er macht sich Sorgen und er beatmet mich Mund zu
Mund
hopp, ich bin wieder Gsund!
du, ich dank dir, bei dir gehts mir gut!
Und manchmal in der Nacht hab' ich so Angst
und dann sitzt der Tod bei mir am Bett und lächelt mich
an,
und ich spüre ganz deutlich, mein Körper kühlt aus,
irgendwas, irgendwas will aus mir raus!
Aber gottseidank, ich hab' ja dich in so an Moment,
du springst aus dem Bett und klatschst 3mal in die
Händ'!
Auf einmal kommt Charlie Chaplin durch die Tür,
und der steigt mir auf die Zechen.
Ja, auf die Zechen steigt er mir,
und noch einmal steigt er mir auf die Zechen
und noch einmal,
immer wieder, ununterbrochen steigt er mir auf die
Zechen,
und da wird es mir zu blöd und ich spring auf und hau'
ihm eine in die Gosch'n, daß es arger ned geht,
da Schau, da Schau her, ich leb' ! Schau mich an! Schau
mich
an! Ich leb'! Ich leb'
du, ich dank dir, bei dir gehts mir gut!
zur Auswahl
MEIN FREUND VOM
ROCK'N'ROLL
Heut' schnall' ich Sporen an meine Stiefel!
Und ich reiß' meiner Zigarette den Filter ab!
Weil er, mein Freund, mein Freund vom Rock 'n' Roll,
kommt in die Stadt,
mein bester Freund, mein Freund vom Rock 'n' Roll, spielt
heut' Nacht!
Der Joan Baez auf'n Poster von der Mutter mal ma
an Bart und schwarze Zähnt
und jedem Madl schenk ma a Rosn, das sich heut' Nacht
tätowieren laßt,
weil er, mein Freund, mein Freund vom Rock 'n' Roll,
kommt in die Stadt,
mein bester Freund, mein Freund vom Rock 'n' Roll, spielt
heut' Nacht!
Ja die Spießer, die haben schon recht, wenn's auf
einmal das Gras wachsen hören.
Ja die Spießer, die haben schon recht, wenns die
Haustüren dreimal versperren!
Weil heut', heut' kommt mein Freund vom Rock 'n' Roll
und spielt die ganze Nacht!
Komm, kitzl mich, fahr' deine Rasierklingen aus,
zieh'
ma an Scheitl, mein Freund vom Rock 'n' Roll.
zur Auswahl
Die Omama
Da stehn wir jetzt am Stammersdorfer Friedhof;
regnen tut's, die Füß tun mir schon weh.
Der Pfarrer sagt, sie war ein so ein herzensguter Mensch,
und trotzdem fällt mir's Weinen doch so schwer.
Die Omama, die Oma ist nicht mehr.
Wie ich klein war, hat's mir einegstopft die Knödln,
hat's glauerr mit dem Pracker in der Hand;
hat's mir auch umdraht schon den Magen,
es war ihr wurscht, sie hat mi gschlagen,
so lang, daß i schon angfangt hab zum Beten:
Lieb Jesukind, laß d'Oma doch verrecken.
Die sieben Raben, das warn nur sechs,
die gute Fee; das war a Hex,
der böse Wolf, ein kleiner Dackel,
der Märchenprinz, ein schiacher Lackel.
In Stammersdorf hat s' ghabt die kleine Wohnung
mit Spitzendeckerln und an Hitlerbild,
a Glasl Grammelschmalz am Fensterbrett,
den Nachtscherbn unterm Doppelbett,
so weiß, so dick, so rund und immer voll.
Vielleicht hätt ma'n in's Grab dazulegn solln?
Einmal hab ich s' gfragt: "Wo ist der Opa?"
"Im Himmel auf an Wolkerl spielt er Geign."
Für Führer, Volk und Vaterland
erschossen, aufghängt und verbrannt,
auch das hat sie dem Adolf stets verziehn.
Er hat ihr ja das Mutterkreuz verliehn.
Die sieben Raben ...
In letzter Zeit da war s' schon a bisserl komisch.
Das Grammelschmalz is gstanden unterm Bett,
die Spitzendeckerln hat s' verbrannt,
den Hitler hat s' an Pülcher gnannt,
den Nachtscherbn hat s' plaziert am Fensterbrett.
Ganz Stammersdorf hat über sie schon gredt.
Am Muttertag da habn wir s' gführt in Prater,
die Alte war auf einmal wieder jung.
Beim Go-Cart-Fahrn hat s' gjodelt,
ein paar Langos hat s' verdruckt,
nur beim Sturmbootfahrn, da geschah ein Mißgeschick:
Da is s' an ihre falschen Zähn derstickt.
Die sieben Raben...
Oma, pfüadigott, mach's drüben besser,
mach keine Knödeln für die Engerln, sei so gut!
Tu nicht die Heiligen sekkiern, tu nicht den Opa denunziern;
und gehst zum Herrgott auf Besuch - ein guter Tip:
Omama, nimm's Mutterkreuz net mit!
zur Auswahl
MISS BURGENLAND
I und die
Miss Burgenland
Hand in Hand
auf an Hochstand.
Nix als wie
I und sie
a laue Nacht
mit Sternenpracht.
Und sie sagt zu mir
wart' I such' meine Brille, schau ma rauf in den prächtigen sternigen Himmel, vielleicht
fallt a Schnuppe, dann derfst dawas wünschen von mir. Da schau! Wo? Da! Ah, ja! Meingott
hamma si g'freut
zischt da wirklich weit oben a Komet vorbei
und I wünsch ma an unendlichen Kuá
von meiner einstimmig gewählten Miss aus
Rust
uhh Mama
ich liebe sie!
I und die
Miss Burgenland
fast ohne G'wand
auf 'm Hochstand.
Nix als wie
sie und I
a laue Nacht
mit Sternenpracht.
Und d'runt aus ihrem kleinen Lada
da singt für uns grad da Rocco Granata.
Und sie sagt zu mir
wart' I putz ma die Brille, schau ma rauf in den prächtigen sternigen Himmel, sicher fallt
noch a Schnuppe, dann derf I ma was wünschen von dir. Da schau! Wo? Da! Na, des is a
Satellit, is ja wurscht sag I,
horch ma zu, sagt sie
die Menschen sollen den Himmel da oben
nur bewundern,
verstehst?
und ned erobern
uhh Mama
ich liebe sie!
I und die
Miss Burgenland
dicht beianand
fast innanant.
Nur für sie
das is ka Scherz
nur für sie
schlagt mei Herz.
Und d'runt aus ihrem kleinen Lada
singt no allerweil da Rocco Granata.
zur Auswahl
DER SONNE ENTGEGEN
Du, seit dem letzten Schneesturm san deine Lippen
ein kleines bißl schmal geworden.
Es kratzt in letzter Zeit manchmal, Wenns 'd'
streichelst,
seit dem letzten Schneesturm.
Du, die ich so gern hab', wir müssen weg von da, komm
laß uns gehen.
Schau, die Vogerln verstecken sich,
hier gibt's bald wieder Sturm,
es fällt bald wieder Schnee.
Schau, dort das kleine Katzerl, das du so liebst,
das mit die angesengten Haar.
Stell dir vor, das war ich, im letzten Fasching,
wie's grad so besonders lustig war.
Du, die ich so gern hab', wir müssen weg von da, komm
laß uns gehen.
Hier gibt's bald wieder Heiterkeit,
ich hab' den ersten Faschingsnarren schon durch die
Straßen tanzen gesehen.
Du, zum Grollen und Rollen vom Donner sagens auf einmal
wieder Musik
Und das Amen im "Vater unser " haben's wieder
ersetzt durch das Wort "Sieg".
Du, die ich so gern hab', wir müssen weg von da, komm
laß uns gehen.
Schau, da vorn, der Horizont!
Komm, laß ma uns herüberfallen,
vielleicht, vielleicht fall' ma der Sonne entgegen.
zur Auswahl
WIENERLIED
Oh, du lieber Augustin, alles ist hin.
Und er, der Bleiche, alte Himmel von Wien,
von den Farben verlassen, vom Regenbogen geschieden,
er hat immer noch das Verhältnis mit seinen schmierigen
Geigen
und blühen im Prater die Bäume, dann kann mans riechen,
wie Sie's treiben,
s' ist zum Speiben!
Und sie, die alten, die bleichen Menschen dieser
Stadt,
vor ihrem Haß und ihrer Dummheit haut der Tod sogar ab,
da stehen Altare in ihren Höhlen, von fetten Dackeln
bewacht,
da werden die Enkerln geschlachtet
und dem Robert Stolz als Opfer dargebracht.
Oh, du lieber Augustin, alles ist hin.
Und die bleichen, alten Häuser zwischen Grinzing und
Stadlau,
ich weiß, viele ihrer Keller sind zu Gaskammern
umgebaut,
und holt im Morgengrauen die Müllabfuhr vergaste
Gastarbeiterkinder,
dann winkt aus jedem zweiten Fenster der leibhaftige
Heinrich Himmler.
Und wenn in euch, euch bleichen alten Gasserln von
Wien,
jede Nacht laut schnarchend die Besoffenen liegen,
dann schickt ihr eure Ratzen los, zum großen
Mitternachtsschmaus
und die fressen dann den armen Schweinen
ganz einfach die Zungen aus dem Maul.
Oh, du lieber Augustin, alles ist hin.
Die Donau trägt zu lang schon ihre falschen,
blauen Dauerwellen,
die Lippizzaner stehen zu lang schon ungeschlachtet in
ihren Ställen,
den alten Damen haben wir zu lange schon die alten Hände
geküßt,
und es wird höchste Zeit, daß man zum eigenen Vater
endlich "du Arschloch" sagt,
wenn er wirklich eins ist!
Oh, du lieber Augustin,
ich zähl auf die bleichen Kinder von Wien,
oh, du lieber Augustin,
ich zähl auf die Kinder von Wien.
zur Auswahl
Bio Discographie Pressestimmen |
 Ich liebe Dich

Dunkelgraue Lieder |
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